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Was ist der American Bulldog ?
 Wo kommt er her ?

Wir alle kennen den American Bulldog aus Film und Fernsehen: „Spike“ aus der Zeichentrickserie Tom und Jerry oder „Chance“
aus Walt Disney´s Zurück nach Hause . Nun, wo stammt dieser nicht nur unseren Kindern äusserst sympathische Zeitgenosse
eigentlich her ?

Der American Bulldog ist der direkte, fast unveränderte Nachfahre der frühen englischen Bulldogge, die wir heute nur noch von
Bildern des 19. Jahrhunderts kennen. Dieser Typ Hund lässt sich in England bis in die Elisabethanische Epoche nachweisen. Er war
ein Luxushund der Oberschicht, denn Grösse und Gewicht dieser Hunde machten sie zu einem teuren Vergnügen. Die Bulldogge war
stets der Hof- und Repräsentationshund der Besserverdienenden und verkörperte das Idealbild des englischen Nationalcharakters von
Kraft, Beständigkeit und Besonnenheit.

Diese alte Bulldogge war die Ausgangsbasis für viele heute beliebte und bekannte Rassen: English Bulldog, Französischer Bulldog
und vor allem, was viele Liebhaber dieser Rasse heute verleugnen, den Deutschen Boxer. Die ersten im Zuchtbuch des Boxerklubs
eingetragenen Hunde waren nichts anderes als überwiegend weisse Bulldoggen. Die Bilder der Boxer vom Anfang des 20. Jahrhunderts
zeigen uns diesen Ur-Boxer, der sich im modernen American Bulldog erhalten hat.

  Eines der ersten Boxertreffen 1896


Dieser ersten Boxer kamen am ehesten dem heutigen American Bulldog gleich; der moderne Boxer hatte sich jedoch zugunsten eines
extremen Phänotyps für lange Zeit weit von diesem oft vergessenen Ursprung entfernt – sehr zu seinem Nachteil allerdings, was
Gesundheit, Anatomie und Lebenserwartung angeht.

Während der Besiedlung der Neuen Welt kamen mit den Siedlern aus England auch deren Hunde nach Amerika und wurden dort
weitergezüchtet. Vor allem in den Südstaaten wurde der alte Typ bis heute bewahrt und auch teilweise weiterentwickelt. Dort war und ist
auch heute noch der American Bulldog weit verbreitet als Hof-, Jagd- und Familienhund. Alle heutigen American Bulldogs stammen von
den Hunden aus Alabama und Georgia ab.

Die Voraussetzung für das Leben auf einer Farm waren zunächst Gesundheit (früher wurden keine kranken Rassehunde von Tierärzten
künstlich am Leben erhalten), aber auch absolute Verträglichkeit mit allen auf der Farm lebenden Menschen und Tieren. Mangelndes
Sozialverhalten, Umweltscheuheit oder gar Aggressivität sind daher untypisch für einen American Bulldog und müssen zum Ausschluss in
Zucht und Ausstellung führen. Ihre Fitness und Intelligenz haben die Hunde dieser Rasse beim Treiben von Viehherden unter Beweis stellen
müssen. Dieser Selektion haben die American Bulldogs ihr umgängliches und ruhiges Wesen zu verdanken. Wie schon gesagt, alle davon
abweichenden Wesenszüge müssen zum Ausschluss von der Zucht führen.

In unserer Zeit findet der American Bulldog seine Verwendung vorwiegend in der Jagd, die Titel „Catchdog/ CD“ sind bei der Arbeit am
Schwarzwild zu erwerben – was jedoch für uns in Europa keine Rolle spielt.

Seit Mitte der Neunziger Jahre findet die Rasse auch in Europa immer mehr Freunde. Der American Bulldog Club Deutschland e.V. vertritt
seit 1998 die Rasse als erster zuchtbuchführender Verein ausserhalb der USA. Zusammen mit dem Europäischen American Bulldog Club
bildet der American Bulldog Club Deutschland e.V. mittlerweile den grössten und mitgliederstärksten Verband weltweit, der exklusiv die Rasse
 betreut und fördert.

Von Zucht und Ausstellungen ausgeschlossen werden können Hunde aufgrund von Wesens- oder Gesundheitsmängeln. Das setzt voraus,
dass alle unsere Zuchthunde sowohl einem Wesenstest als auch bestimmten tierärztlichen Untersuchungen unterzogen werden. Dies sind
zur Zeit als Pflicht das Röntgen von Hüfte und Ellbogen. Darüber hinaus werden Hunde, bei denen Befunde der Augen, Schultern, Knie, Haut
 uvm vorliegen, ebenfalls ausgeschlossen.

Leider aber entziehen sich immer noch viele Züchter diesen Kontrollen und vermehren ausserhalb des Club – dies sicher nicht zum Besten der
 Rasse, auch wenn hier manches vorgeschoben wird. Auffälligerweise verlassen immer die „Züchter“ den Verein, deren Hunde bei Wesens-
oder Gesundheitstests auffällig geworden sind. Dazu ist wohl kein weiterer Kommentar notwendig

.                                                                                                                         (Autor: Peter Heipp/ 1998/ überarbeitet 2002).